Sich selbst kennen: Der erste Schritt zu besserem Lernen

Obwohl es unser Lernen maßgeblich beeinflussen kann, investiert kaum jemand Zeit darin, über sich selbst zu lernen.

Hannah Drobir
February 5, 2022
Wissenswertes

Sich selbst kennen: Der erste Schritt zu besserem Lernen

Wir alle haben schon einmal etwas lernen müssen. Sei es das Sprechen, wichtiges Allgemeinwissen oder eine Weiterbildung im Beruf, niemand von uns bleibt vom Lernen verschont. Wir verbringen Stunden damit, uns Fähigkeiten oder Informationen anzueignen. Und obwohl es unser Lernen maßgeblich beeinflussen kann, investiert kaum jemand Zeit darin, über sich selbst etwas zu lernen.

Ganz richtig gelesen! Unser Lernerfolg hängt stark davon ab, wie gut wir uns selbst kennen. Persönlich individuelle Themen wie unser Selbstbild, unsere Glaubenssätze und sogar unser Wertesystem beeinflussen, wie motiviert und erfolgreich wir lernen können. Im Zusammenspiel mit Emotionen, sind sie einer der Schlüssel, um unser Lernen zu verbessern. 

Um verstehen zu können, wie wertvoll Wissen über mich selbst ist, habe ich unsere Pädagogin und meine Kollegin Kassandra über dieses Thema ausgefragt. Bevor ich mir konkrete Tipps holen konnte, musste ich aber zunächst wichtige Begriffe kennenlernen, die für Lernende relevant sind.

Glaubenssatz

Ein Glaubenssatz ist eine Annahme mit einem Gefühl von Sicherheit, er ist eine stark verinnerlichte Überzeugung, die sich über unser Leben hinweg, aufgrund unserer Erfahrungen gebildet hat. Glaubenssätze bestimmen was wir denken und wahrnehmen, beziehungsweise was wir uns erlauben zu denken und wahrzunehmen. Sie bestimmen außerdem was wir für möglich halten oder eben nicht möglich halten. Sie können sowohl negativ als auch positiv sein.

Kurzgesagt: Glaubenssätze bestimmen unser Leben. Ob wir uns dumm oder schlau, unattraktiv oder schön, nicht genug oder genau richtig finden ist von ihnen abhängig.

(Stahl, 2017) und (Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, o.A.)

Selbstkonzept

Dein Selbstkonzept besteht aus all dem was du über dich selbst weißt und denkst. Es sind emotionale Bewertungen, die Einfluss auf unseren Selbstwert haben.

Da das Selbstkonzept massiv mit der Leistungsfähigkeit und den eigenen Erfahrungen zusammenhängt, ist es wichtig Erfahrungen zu ermöglichen (Brohm & Endres, 2017, S. 90-94). So kannst du dein Selbstbewusstsein stärken, indem du dich z.B. auf deine Stärken konzentrierst und du Fehler als Chance siehst.

Dein Selbstkonzept kann in Lernsituationen allerdings anders sein als in Freizeitsituationen. Deshalb ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren. Wie du das machen kannst, erfährst du im letzten Absatz dieses Blog Posts oder in der dazu passenden Podcast Folge.

Selbstwirksamkeitserwartung

Die Selbstwirksamkeitserwartung ist das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (Brohm & Endres, 2017, S. 28). Wenn du Vertrauen in deine Fähigkeiten hast, dass du selbst "in schwierigen Situationen handlungsfähig" bleibst oder die Hoffnung hast, diese zum positiven zu wandeln, dann hast du eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) (Brohm & Endres, 2017, S. 28).

Unsere Selbstwirksamkeitserwartung hängt von vier Faktoren ab: gemachte Erfahrungen, beobachtete Vorbilder, Bestätigung durch andere und körperliche Signale. Auch sie kann, wenn es ums Lernen geht, anders sein als zum Beispiel beim Sport. Je nachdem wie gut wir unsere Kenntnis auf einem Gebiet einschätzen, beeinflusst das die Selbstwirksamkeitserwartung.

Wertesystem

Werte sind Teil deiner Identität und bestimmen die Auswahl deiner Ziele maßgeblich mit. Auch spielen sie eine wichtige Rolle für deine Motivation. (Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik, o.A.).

Wenn wir im Alltag über Werte sprechen, sind sie meistens die Dinge, die uns wichtig sind. Das ist ganz oft mit unseren Bedürfnissen verbunden, wir wollen immerhin unsere Werte befriedigen. Und wollen wir einen Wert befriedigen, sind wir voller Tatendrang (also voller Motivation).

Über sich selbst lernen – Tipps

Die einfachste Möglichkeit, uns selbst besser kennen zu lernen ist uns selbst zu beobachten. Finde ich im Alltag Hinweise auf meine Glaubenssätze oder mein Wertesystem? Für welche Aufgaben bin ich am motiviertesten? Wie kann ich aus diesem Fehler lernen?

Außerdem ist es wichtig, unser Lernen zu reflektieren. Hierfür sind Tools wie ein Lernportfolio oder ein Lerntagebuch hilfreich. Außerdem unterstützt die Beantwortung folgender Fragen deine Reflexion:

- Was hat mich beim Lernen unterstützt?
- Wie will ich in Zukunft meine Lernziele erreichen?
- Habe ich meine Lernziele erreicht?
- Wie habe ich mich in der Lernsituation gefühlt?
- Was hätte ich verbessern oder anders machen können?

Sich selbst gut zu kennen hat also nicht nur Einfluss auf unser Lernen, es hilft uns auch dabei, unser tägliches Leben besser zu verstehen. Es zahlt sich deshalb aus, auch mal Zeit in das Lernen über uns selber zu investieren.

Die regelmäßige Beantwortung dieser Fragen ist essentiell, damit du dich selbst verbessern kannst. Genau deshalb, haben wir diese Fragen in unsere digitale Lernplattform LearningSuite eingebaut. Solltest du mehr über LearningSuite erfahren wollen, klicke hier:

Mein ganzes Gespräch mit unserer Bildungswissenschaftlerin Kassandra kannst du dir übrigens als Podcast Folge anhören. Dort erfährst du noch mehr Tipps von ihr und wir geben dir einen Einblick in unsere eigenen Erfahrungen mit diesem Thema.

"Ich liebe Filme, Bilder und den Umgang mit der Sprache. Im Kreativbereich kann ich mich mit dem LearningSuite Team voll entfalten."

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