3 Tipps an mein jüngeres Schul-Ich

Kannst du dich noch an deinen ersten Schultag erinnern? Ich auf jeden Fall schon!

Hannah Drobir
February 12, 2022
Wissenswertes

Kannst du dich noch an deinen ersten Schultag erinnern? Ich auf jeden Fall schon! Bepackt mit einer viel zu großen Schultüte und einer Zahnlücke vorne rechts hatte ich so viel Motivation und Elan, dass ich am Weg dorthin fast explodiert wäre. Endlich durfte ich lernen und ich wollte alles lernen, was es auf dieser Welt zu lernen gab.

Auch mein letzter Schultag ist mir noch klar im Gedächtnis geblieben. Auch an diesem Tag war meine Freude groß, allerdings galt sie nicht dem Lernen. Die Motivation von damals war schon lange verflogen. Ich war einfach nur froh, dass es endlich vorbei war. Und ich wollte nie wieder irgendwas lernen!

Was ist also zwischen diesen beiden Tagen passiert? Ich glaube, ich war von meiner Schulerfahrung enttäuscht. Ich war traurig, dass ich mich nie den Themen widmen konnte, die mich wirklich interessiert hätten. Ich war traurig, dass meine Fehler keine neuen Erkenntnisse, sondern nur schlechtere Noten als Folge hatten. Und ich war traurig, dass es allen anderen auch so ging.

Hier bei LearningSuite ist einer unserer Fokuspunkte, anderen eine Lernerfahrung dieser Art so weit als möglich zu ersparen. Deshalb habe ich heute drei Tipps, mit denen meine Schulzeit ganz anders ausgesehen hätte!

Tipp 1 – Lerne dich kennen, bevor du etwas Anderes lernst

Als Teenager machen wir alle eine sehr wichtige Entwicklungsphase durch. Wir verändern uns fast täglich und das ist nicht leicht. Man kann sich vorstellen, dass das großen Einfluss auf unser Lernen hat.

Aus diesem Grund ist es wichtig, sich selbst besser kennen zu lernen. Zu einer nachhaltigen Bildung gehören nämlich nicht ausschließlich Notizen und das Auswendiglernen von PDFs. Wie gut wir lernen können und wollen, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Sogar unsere Ernährung kann Einfluss darauf haben. Deswegen ist es schon fast die halbe Miete, wenn du dich selbst gut kennst. Je mehr du über dich weißt, desto besser kannst du auf deine Bedürfnisse eingehen und deinen Lernalltag besser gestalten.

Eine Möglichkeit, damit anzufangen ist, dich nach einer Lerneinheit zu fragen 

  • War das jetzt so wie ich mir Lernen vorstelle? 
  • Wie viel habe ich mir merken können? 
  • Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? 
  • Wie gut habe ich mich konzentriert? 
  • Wie viel konnte ich mir merken? 

Wenn du Fragen wie diese ehrlich beantwortest, entwickelst du ein besseres Gefühl dafür, was du für nachhaltiges Lernen brauchst.

Trau dich außerdem, neue oder alternative Lernmethoden auszuprobieren. Hierzu kannst du in unserem Blog weitere Artikel finden, die dir dabei helfen können.

Tipp 2 – Die Schule ist nicht alles

Auch wenn sich das im ersten Moment fehl am Platz anhört, muss es trotzdem gesagt werden: Die Schule ist nicht alles! Natürlich ist Bildung ein sehr wichtiges Gut in unserer Gesellschaft, aber der Druck, der auf vielen Schüler:innen lastet, erschwert das nachhaltige Lernen enorm.

Während meiner Schulzeit hatten alle Lehrer das Gefühl, ihr Fach sei das wichtigste. Auch von meinen Eltern wurde immer wieder unbewusst signalisiert, dass meine Noten für sie und meine Zukunft sehr wichtig sind. Obwohl sie es alle nur gut gemeint haben, hat mich dieser permanente Druck fertig gemacht und mir meine Lernmotivation genommen.

Jetzt (ich bin 22 Jahre alt, Studentin und habe noch immer viel zu lernen) weiß ich, dass ich mich viel zu sehr auf diese Noten konzentriert habe. Sie waren nur Ergebnisse einer Momentaufnahme und sagen heute weder etwas über mein Können noch über meine Qualitäten als Mensch aus.

Ich weiß, es ist leichter gesagt als getan, aber lass dich nicht von diesem Leistungsdruck unterkriegen. Solange du mit deinem Fortschritt zufrieden bist und dein Bestes gegeben hast, ist die Zahl im Zeugnis nebensächlich. Klar, du musst immer noch eine gewisse Punktezahl erreichen, um deine Schulausbildung abschließen zu können (wenn du das möchtest), aber es müssen nicht immer alle Punkte sein.

Setze dir am besten vor dem Semester realistische Ziele, an denen du deinen persönlichen Erfolg messen kannst. Auch zu diesem Thema kannst du in anderen Blogbeiträgen mehr erfahren.

Tipp 3 – Du darfst mehr wissen wollen

Rückblickend war die Schulausbildung für mich keine Herausforderung. Ich weiß, das können nicht alle von sich behaupten, aber ich war während meiner Grundausbildung eher unterfordert. Trotzdem habe ich mich nie getraut, bei einem spannenden Thema näher nachzufragen. Klar, wenn man in einem Raum mit 27 Gleichaltrigen sitzt, will man nicht gleich als „Streber:in“ abgestempelt werden. Aber im Nachhinein hätte ich von ein bisschen mehr Selbstvertrauen diesbezüglich sehr profitiert.

Ich weiß nicht, wann es dazu gekommen ist, dass es schlecht ist, mehr wissen zu wollen. Interessiert zu sein und Dinge zu hinterfragen sind immerhin Qualitäten, nach denen zukünftige Arbeitgeber:innen suchen.

Unser momentanes Schulsystem kann sich nicht auf die Bedürfnisse aller konzentrieren. Während einige den Stoff ein zweites Mal hören müssen, sind andere gelangweilt und können ihren Wissensdurst nicht voll stillen.

Deshalb ist es zwischendurch wichtig, Selbstinitiative zu ergreifen. Trau dich ruhig, nach der Stunde die Lehrperson nach einer Buchempfehlung zu dem Thema zu fragen. Trau dich, in deiner Freizeit ein YouTube Video zum spannenden Stoff anzuschauen. Und trau dich, offen und ehrlich über deine Interessen zu sprechen.

Wie schon anfangs erwähnt, hätte meine Schulzeit mit diesen Tipps wohl ganz anders ausgesehen. Ich weiß, im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber heute frage ich mich, wieso man nicht währenddessen schon schlauer werden kann?

Wir bei LearningSuite finden, es sollte im Schulsystem nicht darum gehen jeden Menschen auf das gleiche Level in allen Gebieten zu bringen. Klar, jeder sollte die Basics können, dass ist in einer gebildeten Gesellschaft notwendig, aber es ist nicht wichtig ein Mathe Genie zu werden, obwohl du eigentlich kein Interesse darin hast. Oder Literaturgeschichte, obwohl du lieber Mathe magst. 

Nochmal: Basics, ja! Zu starke Vertiefung wenn es dich nicht interessiert: Nein! Oder hast du dir alle Jahreszahlen im Geschichte Unterricht bis heute gemerkt? Vermutlich nicht, aber wenn ja: Hast du dir auch alle Ereignisse und Lehren davon gelernt? Mir ist z.B. aufgefallen dass ich ich mir die Jahreszahlen der Weltkriege gemerkt habe, aber die Ereignisse die darin vorkommen nicht. 

In nur wenigen Videos von Simple Club habe ich innerhalb von nur 20 Minuten mehr über die Schlachten im 2. Weltkrieg gelernt, als in 7 Jahren Geschichtsunterricht. Das muss man sich mal vorstellen…

Das Video, verlinke ich euch hier, kann ich nur empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=-DTMjvWf2nE

Sorry, jetzt habe ich etwas ausgeholt. Auf jeden Fall: Wir bei LearningSuite sehen es als Ziel, das Potential und die Fähigkeiten jeder Person individuell zu fördern. Wir wollen das Beste aus deinen Stärken & Fähigkeiten herausholen.  Sowas nennt sich übrigen Individualförderung und ist absurderweise im Schulsystem kein gängiger Begriff.

"Ich liebe Filme, Bilder und den Umgang mit der Sprache. Im Kreativbereich kann ich mich mit dem LearningSuite Team voll entfalten."

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